© 2011 Stefan Lederer Portugal-8

Obidos

ist eine befestigte Kleinstadt so ungefähr in der Mitte von Portugal. Die Geschichte des Dorfes beschreibt turbulent den Aufstieg und Fall einiger Kulturen. Irgendwie ein wenig wie heute, nur dass es damals Hochkulturen waren, die mal mehr und mal weniger geschickt  im Umgang mit Geld waren.

Begonnen hat alles zu Zeiten des römischen Imperiums, als das Dörfchen in traumhafter Hügellage mit einem entzückenden Blick auf die umliegende Landschaft erbaut wurde. Viel später kam das römische Reich jedoch zu Fall und die Westgoten waren neue Platzherren. Die Mauren, eine unterschätzte gesellschaftliche Randgruppe, expandierte von Marokko aus weiter nach Norden und nahm sehr bestimmt das Zepter in die Hand. Diese hatten mehrere hübsche Bauwerke überall im Lande gebaut, bis vor ca. tausend Jahren der erste König Portugals die Stadt in Namen des Kreuzes blutig zurückeroberte.

Alfons der Zweite, auch genannt der Dicke ließ sich bei seiner Hochzeit nicht lumpen und schenkte es kurzer Hand seiner Gattin. Feiner Zug von dem Manne finde ich. Diese oppulente Geste wurde dann von Zeit zu Zeit auch von anderen Königen wiederholt und deshalb trägt die Stadt heute den klangvollen Beinamen “Vila das Rainhas” oder auf Deutsch die “Stadt der Königinnen”. Feine Geschichte einer entzückenden Stadt, denke ich mir gerade beim schreiben und wünsch mich zurück ins 28 Grad Sonnenschein Land.